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Gewinnspiel zur Bockjagd

Wir bitten vielmals um Entschuldigung!

 

Bereits am 14. Mai 2017 wollten wir diese Parforce Armbanduhr verlosen.

Parforce

Die Teilnahme war denkbar einfach. Es wurde lediglich ein Detail aus unserem Bockjagdvideo erfragt und viele von euch haben uns die richtige Lösung genannt.

Leider war es aber nicht allen möglich das Video anzusehen und mitzumachen.

Warum das?

Nach wüsten Beschimpfungen und Drohungen aus bekannten Lagern war das Video plötzlich nur noch mit einem Altersnachweis zu sehen.

Wir freuen uns stets über konstruktive Kritik aber das war unterste Schublade.  (Zitate ersparen wir euch)

Wir haben das Video „Faszination Bockjagd“ nun nochmal bei YouTube hochgeladen    😉

…abwarten wie lange es zugänglich bleibt…

Daher verlängern wir unsere Aktion bis zum 08.06.2017!

Natürlich bleiben alle vorherigen Teilnehmer im Lostopf und die Teilnahme machen wir ein wenig einfacher…

Ein kurzer Kommentar und ein like des Beitrags genügt und ihr seid dabei!

P.S. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, wie groß die Macht der Jagdgegner ist

 

Faszination Bockjagd

Endlich geht es wieder los

Für viele von uns Jägern ist der 01. Mai ein ganz besonderes Datum.

Nach langer Pause geht es wieder raus in die Natur und die Bockjagd beginnt. Auch wir waren, in Zusammenarbeit mit dem Ausrüster Frankonia, in Ungarn unterwegs um eine Bockjagd zu filmen. Wir haben versucht nicht nur einen Abschuss einzufangen, sondern auch andere Aspekte zu zeigen. Jagd bedeutet nicht nur „Beutemachen“. Es beinhaltet auch Besinnung, Naturerlebnis und Freude im Kreise von Jagdkameraden oder der Familie.

Wir hoffen der Beitrag gefällt und wir belohnen einen click des Videos „Faszination Bockjagd“mit einer Gewinnchance auf:

Parforce

Eine Parforce Armbanduhr im Wert von fast 100 Euro!!!

Mehr Infos dazu findest du hier:  http://www.frankonia.de/Armbanduhr+Serie+1+GTLS-H3/Parforce/Ansicht.html?Artikelnummer=191158&query=armbanduhr+parforce

 

Mitmachen kann jeder und der Gewinner wird ausgelost.

Benachrichtigt wird der Gewinner durch eine Mitteilung auf unserer Homepage http://www.team-winz.eu/

Was du tun musst?

Clicke auf das Video: https://www.youtube.com/watch?v=4S76YNYBjYA&t=1s

und beantworte als Kommentar auf unserer homepage http://www.team-winz.eu/  unter Faszination Bockjagd folgende Frage:

Wann haben wir aufgebaumt um den Bock zu erlegen?

Wer genau hinschaut wird die Frage schnell beantworten können 🙂

Teilnahmeschluss ist der 14.05.2017

*rechtlicher Hinweis: Dieses Gewinnspiel steht in keinerlei Zusammenhang mit Facebook, Youtube,  Frankonia oder anderen Unternehmen. Es gibt keinerlei Rechtsanspruch und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinner ist damit einverstanden auf unserer Homepage http://www.team-winz.eu/ veröffentlicht zu werden.

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Vom erlegtem Bock zur Trophäe

Der erste Mai steht vor der Tür und wir Jäger fiebern diesem Termin entgegen.

Wie gelingt es aus dem erlegtem Bock eine wertvolle Trophäe zu gewinnen?

Schritt für Schritt findest du auf unserem youtube-channel eine Anleitung:

Schau doch mal rein

Waidmannsheil für die kommende Bockjagdsaison wünscht dir dein

team winz

 

Mein erstes Mal in Afrika

Vorwort

Jede Jagd besitzt ihren Reiz, jedes Land seinen Charme. Was ist so faszinierend an Afrika?

Bislang kenne ich Afrika nur von Bildern und aus den Erzählungen meines Partners. Es muss jedoch etwas Besonderes sein, denn bei jeder Erzählung leuchten seine Augen sobald nur ein Wort über diesen Kontinent fällt.

In wenigen Tagen beginnt unsere Reise und noch sind einige Dinge unerledigt, bevor wir starten können. Die Waffe will eingeschossen, der Koffer gepackt werden. Spezielle Impfungen für Namibia, unserem Ziel, werden zum Glück nicht benötigt. Ebola spielt hier keine Rolle, liegen die Gebiete die von dieser schrecklichen Epidemie befallen sind doch meilenweit entfernt. Die erforderlichen Formalitäten, welche benötigt werden für dieses typische Jagdreiseland, fallen glücklicherweise gering aus. Eine Einladung nebst einer Einfuhrgenehmigung für die Waffe und Munition, die deutsche Waffenbesitzkarte und ein Reisepass genügen.

Es ist Februar in Deutschland und wir ernten einige merkwürdige Blicke beim Betreten des Frankfurter Flughafens. Khakihosen und Wüstenstiefel wirken wohl ein wenig deplatziert in dieser Umgebung. Die Zollformalitäten sind schnell erledigt und nach einem zehnstündigen Nachtflug betreten wir afrikanischen Boden. Oft entscheidet der erste Augenblick über Sympathie bei der Begegnung fremder Menschen. Direkt am Schalter werden wir aufs herzlichste empfangen und Katharina, die es sich als Farmchefin nicht nehmen lässt persönlich zu erscheinen, drückt uns als wären wir nicht zum ersten Mal ihre Gäste. Auch Eckehardt (Spitznamen Ecke) begrüßt uns als seien wir alte Freunde. Durch ihn wurden wir auf die Farm aufmerksam und er wird uns in den nächsten Tagen begleiten. Ein Start in ein Abenteuer wie er besser nicht sein kann! Auf der einstündigen Fahrt von Windhoek zur Farm bekomme ich einen ersten Eindruck von der Artenvielfalt und Schönheit Namibias. Unter einem strahlendblauen Himmel liegt eine dunkelgrüne Bergkette und erstes Wild kommt in Anblick. Warzenschweine, Zebras, Paviane und zahllose Perlhühner heißen uns entlang der staubigen Piste willkommen. Zutiefst beeindruckt von der Fahrt erreichen wir die Lodge. Hatten wir doch mit einer einfachen Unterkunft gerechnet, werden wir eines Besseren belehrt. Honeymoonsuite ist mein erster Gedanke beim Betreten des Bungalows. Ein kreisförmiger, strohgedeckter Natursteinbau mit vielen landestypischen Details liebevoll eingerichtet, ist unsere Herberge für die kommenden Tage. Zum Ausruhen bleibt jedoch kaum Zeit. Nach einer kurzen Stärkung geht es zusammen mit Walter, dem Chef der Farm und wohl einem der erfahrensten Jäger Namibias, zur ersten Revierbesichtigung. 10.000 ha nennt er sein Eigen und neben der Jagd stellt die Rinderzucht den Lebensunterhalt. Schnell erkennt man wie nachhaltig und besonnen hier gewirtschaftet wird. Eindrucksvoll schildert er uns wie sorgfältig angesprochen und gejagt wird, um einen gesunden aber auch trophäenstarken Bestand erhalten zu können. Salzlecken, Wasserstellen und Ruhezonen sind fester Bestandteil der Hege.

Beim gemeinsamen Abendessen besprechen wir den Ablauf für den kommenden Tag. Auf Walters Frage was ich denn jagen wolle antwortet Michael, mein Partner: „Kudu und Schakal!“ Fast trete ich ihm dafür vors Schienbein. Diesen Wunsch hatte ich zuhause einmal leichtfertig geäußert, als er mir dort dieselbe Frage stellte. Niemals jedoch hätte ich diesen Traum an dieser Stelle genannt, sind wir doch Gäste auf der Farm! Warum ich unbedingt einen Kudubullen möchte? Nun, Michael war bereits in Afrika, hatte aber keinen Erfolg auf einen Kudu und ich weiß wie sehr auch er sich über meinen Erfolg freuen würde. Mit gemischten Gefühlen gehe ich ins Bett, weil mir bewusst wird auf welch majestätisches Wild wir am folgendem Tag jagen werden.

Die Nachtruhe ist noch vor Sonnenaufgang beendet und auf dem Weg zum Frühstück findet sich eine frische Kudufährte direkt vor unserem Bungalow. Sollte dies ein Omen für die anstehende Jagd sein? Ein starker Kaffee, um die Lebensgeister zu wecken und schon sitzen wir auf dem Pick-up. Wir erleben ein Schauspiel wie es nur die Natur bieten kann. Die Morgendämmerung macht der aufgehenden Sonne Platz und in Minutenschnelle vertreibt die Sonne die Kühle der Nacht. Es beginnt ein Farbenspiel, das zu beschreiben unmöglich scheint. Purpur, Orange, Violett und ein goldenes Gelb färben den Himmel. Völlig in Gedanken versunken und fasziniert von der sich bietenden Kulisse falle ich fast von der Ladefläche als Walter abrupt stoppt. Frische Trittsegel kreuzen den Sandweg und augenscheinlich handelt es sich um einen starken Kudubullen. Mit wackeligen Knien folge ich unserem Guide durch dichtes Dornengestrüpp. Sollte schon die erste Pirsch erfolgreich werden? Keine fünfzig Meter sind wir vorangekommen als ein tiefes Grollen und Fauchen zu vernehmen ist. „Leopard!“ flüstert Walter. Dieses Geräusch hatten nicht nur wir vernommen, denn nun sehen wir auch einen Kudubullen abspringen, der bis zum Auftritt der Raubkatze für uns nicht auszumachen war. Spätesten jetzt sind alle Sinne geschärft und der letzte Rest Müdigkeit wie verflogen. Tief beeindruckt von dieser Begegnung klettern wir zurück auf den Pick-up, um in einen anderen Revierteil zu gelangen. Ein Schuss vom Auto verbietet sich ebenso wie die Jagd an den zahlreichen Wasserstellen und so bleibt Zeit die Fahrt zu genießen.

Eine Zebraherde mit ihren herumtollenden Fohlen erregt unsere Aufmerksamkeit. Bilder von dieser Szenerie im Kasten, folgen wir weiter der Piste. Nur wenige Kilometer später wechselt eine Herde Gnus vor uns über den Weg. Eine Staubfahne hinter sich her ziehend, trommeln ihre Hufe auf dem Sandboden und man spürt förmlich die Kraft die von ihnen ausgeht. Ganz anders dagegen die zahlreichen Oryx, die langsam durch den Busch schreiten.

-Was für ein Geschenk all dies erleben zu dürfen!-

Wir haben unser Ziel erreicht und springen vom Landcruiser, um mit geschultertem Gewehr auf leisen Sohlen unsere Pirsch zu beginnen. Es ist ein hügeliger Dickbusch, den Ecke liebevoll Kuduhill nennt. Nicht auf dürre Äste zu treten, Dornen beiseite zu schieben und auf den Wind zu achten ist keine leichte Aufgabe. Wir schleichen um eine Biegung und erstarren zu Salzsäulen. Wie gemalt steht er vor uns. Ein kapitaler Kudubulle, der wie ein grauer Geist regungslos zwischen den Büschen verharrt. Noch unerreichbar für eine sichere Kugel, trennen uns doch mehrere hundert Meter. Eine kleine Senke als Deckung nutzend pirschen wir vorsichtig näher heran. Auf allen vieren kriechen wir bei flirrender Hitze durch das Gestrüpp um nicht von ihm eräugt zu werden. Spitze Steine bohren sich in Hände und Knie, Dornen zerren an unserer Kleidung und zu allem Übel rinnt uns der Schweiß gemischt mit Sonnenmilch brennend in die Augen. Noch sind wir unerkannt als ein paar Perlhühner von uns aufgeschreckt, laut mit ihren Flügeln schlagend aufstieben. Zum Glück lässt diese Störung den alten Bullen unbeeindruckt. Nun heißt es für uns jetzt oder nie wollen wir doch nicht riskieren entdeckt zu werden. Mein Herz pocht bis zum Hals als ich mich wie in Zeitlupe aufrichte. Während Ecke lautlos den Zielstock vor mir aufbaut, bringe ich die Mauser vorsichtig in Anschlag. Das Jagdfieber hat mich gepackt und der feine Leuchtpunkt tanzt auf dem Begehrten. Es bedarf einiger tiefer Atemzüge um den kleinen roten Punkt ruhig auf das Blatt zu bekommen. Meine Zweifel ob es wirklich der richtige ist werden vom Guide durch ein leise geflüstertes „shoot“ weggewischt. Spannen, abziehen und Schussknall sind eins und auch der Rückstoß der .375 H&H geht in diesem Moment der Anspannung unter. Zu schildern, was ich jetzt fühle erübrigt sich wohl, weiß doch jeder Jäger um diesen Moment des Bangens. Einen zweiten Schuss nach sofort erfolgtem Repetieren anzubringen ist jedoch nicht mehr nötig. Die Norma Oryx hat die Blätter durchschlagen und der Kudu fällt tödlich getroffen zu Boden. Noch völlig aufgewühlt gehen wir zum Anschuss und erst jetzt wird mir bewusst wie majestätisch ein Kudubulle aus nächster Nähe wirkt.

Ich muss gestehen, ich bin den Tränen nahe, als ich den letzten Bissen reiche und wir uns zu dem außerordentlichen Jagdglück beglückwünschen. Hände werden geschüttelt, ein Waidmannsheil gesprochen und die Beute bestaunt. Ehrfurcht, Jagdfieber, Erleichterung, Stolz und vor allem Dankbarkeit sind nur einige der Emotionen die ich empfinde. Ein Moment den ich wohl nie vergessen werde. Erst nach ausgiebiger Totenwacht mahnt uns Walter zum Aufbruch, denn bei den herrschenden Temperaturen ist eine schnelle Versorgung des Wildes nötig. Den Bullen verladen, machen wir uns so auf den Rückweg in Richtung Hummelshain. Neben dem erlegten Stück auf der Ladefläche sitzend lasse ich das Erlebnis noch einmal Revue passieren.

Am selben Abend halten unsere Gastgeber eine Überraschung für uns bereit. In einem scherzhaft Puffotter genannten Wurstschlauch gibt es Herz, Nieren und Leber des Kudus. Bevor jedoch diese auf dem offenen Feuer zubereiteten Innereien serviert werden, gibt es noch einen weiteren Leckerbissen. Feierlich werden mir, die in einer weiteren Pfanne zubereiteten Hoden übereicht und von uns allen gegessen. Mit einem lauten Horrido und Waidmannsheil feiern wir heute ein wenig länger als üblich.

Es war mein erstes Mal in Afrika. Wundervolle Tage mit neuen Freunden in einer atemberaubenden Tierwelt und nun weiß ich auch warum Michaels Augen so leuchten, sprechen wir über diesen Kontinent.

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Der Krötenkeiler

Während in Deutschland noch die Eisblumen die Flora bereichern, sprießen in Südtransdanubien bereits die ersten Knospen. Die richtige Zeit um dorthin zu fliehen.

Beim Zusammenstellen unserer Ausrüstung darf der Eiskratzer nicht fehlen. Noch immer herrscht im  hohen Norden Deutschlands  Bodenfrost und gefrorene Windschutzscheiben sind an der Tagesordnung, während wir unsere anstehende Reise planen. Es geht Richtung Süden. Südtransdanubien, die ungarische Auenlandschaft direkt an der Grenze zu Kroatien. Bekannt ist diese malerische Landschaft nicht nur wegen der zahllosen Wildblumenflächen und der vielen Vogelarten sondern auch aufgrund der hohen Rotwilddichte. Für uns steht jedoch die Frühpirsch auf Keiler auf dem Programm, denn auch das Schwarzwild schätzt die hier herrschende Ruhe und die sumpfigen Wälder. Der abnehmende Mond macht es uns möglich bereits zu früher Stunde müde die Federn zu verlassen, um bereits vor der einbrechenden Morgendämmerung mit der Pirsch zu beginnen. Höchste Vorsicht und Rücksichtnahme sind nötig, will man diese sensiblen Bereiche nicht stören. Csanad, unser ungarische Freund und Berufsjäger kennt das Revier wie seine Westentasche und weiß nur zu genau welche Pfade sich für die Pirsch auf Schwarzwild anbieten. Es ist noch vor Sonnenaufgang  als wir unseren ersten Reviergang beginnen.  Ohne hohe Gummistiefel geht hier gar nichts! Knietief sind viele der zahlreichen Pfützen und so mancher Bach will durchwatet werden und das auch noch möglichst geräuschlos. Kein einfaches Unterfangen. Zum Glück liefern die Frösche aus den umliegenden Teichen ein Konzert, welches so manchen Fehltritt ungehört lässt. Sicher tun sie dies, um uns die Pirsch zu erleichtern. Schließlich stehen sie nicht nur bei unseren Störchen, sondern auch bei den hiesigen Sauen oben auf der Speisekarte. Schauen wir auf den Boden, entdecken wir kaum einen Quadratmeter ohne ein Dutzend Trittsiegel. Ein sicherer Beweis für die hohe Wilddichte. Rot, Dam, Schwarz und Rehwild aber auch Fuchs und Schakal hinterlassen klare Spuren im Matsch.  Wir überqueren gerade einen Holzsteg als plötzlich ein helles Quieken zu vernehmen ist. Sofort erstarren wir zu Salzsäulen und bieten vermutlich ein lustiges Bild. Mit einem Fuß auf einem Steg, den anderen bereits am Ufer bekommen wir den ersten Anblick. Eine dicke Bache führt eine Rotte von acht Sauen an. Das helle Quieken jedoch stammt vom dem ihr folgendem Kindergarten. Sicher mehr als dreißig Frischlinge wuseln über die Freifläche ihren Mamas hinterher. Welch herrlicher Moment! Wer denkt da schon an afrikanische Schweinepest und Wildschäden? Wir genießen einfach den Augenblick und vergessen unsere Müdigkeit so schnell. Dies sollte für den heutigen Morgen aber nicht das einzige Erlebnis bleiben. Als wir eine Schneise  erreichen sichert direkt vor uns ein Alttier. Unvorstellbar, was nun folgt! Mehr als achtzig Stück Rotwild wechseln keine sechzig Schritte vor uns über den Weg. Wir wagen kaum zu atmen. Ein nicht enden wollender Zug von Leibern drängt sich dicht an dicht über die Blöße. Auch wenn wir an diesem Vormittag keinen Keiler sehen, diese Anblicke entschädigen alles. Auch die kommenden Pirschgänge bringen viel Rot und Rehwild, sogar zwei kapitale Damhirsche. Lediglich die begehrte Beute lässt auf sich warten. Nur noch eine einzige Pirsch bleibt uns, bevor wir wieder zurück in unsere Heimat reisen müssen.
Es ist drei Uhr in der Früh als wir uns ein letztes Mal aufmachen. Wir wollen heute entlang einer Gastrasse unser Glück versuchen. Die lange Schneise wird gern vom Schwarzwild aufgesucht ehe sie ihr Schlafquartier beziehen. Kaum hundert Meter kommen wir, als ein brechender Ast uns aufhorchen lässt. Plötzlich steht ein schwarzer Klotz vor uns. Im schwachen Mondlicht ist ein genaues Ansprechen auf die Schnelle nicht möglich. Zu schnell wechselt der Geist zurück in den Bestand.
Ein Entschluss muss her und wir entscheiden uns die Trasse zu verlassen um parallel zur vermeintlichen Fluchtrichtung weiterzupirschen.  Es geht in Richtung einer Kirrung, welche gern von allen Waldbewohnern regelmäßig angenommen wird. Jetzt nur kein unnötiges Geräusch verursachen, denn weitere knackende Äste zeugen von der Anwesenheit des erblickten Schwarzkittels. Vorsichtig setzen wir zuerst immer die Fußspitze in den Matsch. Nur so verhindern wir das schmatzende Geräusch unserer Gummistiefel. Wie Ballerinas tänzeln wir durch den Bestand. Gut, dass es eine verlassene Gegend ist und zudem noch dunkel. Würde uns jemand sehen, er würde sich schütteln vor Lachen.  Durch diese Tanzeinlage gelangen wir zum Kirrplatz. Ein Stück Rehwild ist bereits vor Ort und äst gemütlich ohne uns wahrzunehmen. Hier ist das Licht mittlerweile ausreichend um ihn eindeutig als Bock anzusprechen.  Jetzt  fehlt nur noch der Hauptdarsteller.  Irgendetwas muss der Bock vernommen haben, denn plötzlich macht er einen Satz zur Seite, äugt angestrengt in die uns entgegengesetzte Richtung und springt mit lautem Schrecken ab. Wir sind alarmiert und die Hog Hunter liegt bereits im Voranschlag auf dem Pirschstock. Nun hören wir es auch. Platschendes Wasser verrät das anwechselnde Wild. Nicht nur wir Jäger haben es auf diesem Untergrund schwer geräuschlos voranzukommen. Der vorhin erblickte schwarze Klotz nähert sich der Futterstelle. Langsam näherkommend können wir ihn eindeutig als Keiler ansprechen. Jetzt muss er nur noch breit stehen und wir könnten schießen.  Es sind gefühlte Ewigkeiten in denen wir Gänsehaut und einen beschleunigten Puls haben denn der Keiler steht noch immer ungünstig. Die Passion schwindet auch nach vielen Jagden nicht und so soll es auch bleiben. In aller Seelenruhe bricht die Sau den Boden auf und die Spannung ist kaum noch zu ertragen. Für einen kurzen Moment steht der Keiler scheibenbreit. Nochmal tief Luft geholt und die Kugel ist raus. Der laute Schussknall und das Mündungsfeuer erscheinen in solch einem Augenblick wie eine große Explosion. Deutlich zeichnet der Schwarzkittel bevor er seine letzte Flucht antritt. Auf vierzig Gängen rempelt er gegen Bäume und zeigt so deutlich seinen Treffer.  Ein letztes Krachen lässt keinen großen Zweifel mehr zu. Er ist tödlich getroffen und verendet. Zeit für ein Zigarillo und über das Erlebte nachzudenken. Mittlerweile hat die Morgendämmerung die Nacht besiegt und wir gehen zum Anschuss. Deutlich sichtbar finden wir an Stämmen und auf dem Waldboden Schweiß. Der Spur zu folgen fällt leicht und so erreichen wir zügig den erlegten Keiler. An die hundert Kilo wird er wohl auf die Waage bringen und unseren Speisplan bereichern. Als wir den Bassen aufbrechen, herrscht schon längst wieder Ruhe im Revier. Lediglich die Frösche bedanken sich bei uns mit lautem Gequake. Kein Wunder also, dass wir unsere Beute „Krötenkeiler“ genannt haben. Zugegeben, auch „Froschkönig“ stand zur Debatte. Für uns war es die erste Beute in Ungarn. Wir freuen uns schon darauf noch viele Male hier jagen zu dürfen. Köszönöm sagt man hier, will man sich bedanken.

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Zwiespalt

Für jeden Jäger gibt es irgendwann den Punkt abzuwägen ob er es tut oder es lässt. -Die Jagd auf eine besondere Spezies, das Kitz oder der wildernde Hund können solche Momente sein.

Es ist ein warmer Spätsommertag im September als wir auf einer Muffeljagd auf einen alten Mann treffen. Ganz allein lebt er in einer einsamen Bucht an der Küste der Adria. Für uns ist es eine malerische Kulisse. Schroffe Felsen, azurblaues Wasser und mitten in dieser Bucht eine alte Fischerkate. Nur über das Meer oder aber nach mehrstündigem Fußmarsch ist dieser Fleck zu erreichen. Warmherzig bittet uns der Alte Platz auf seiner morschen Veranda zu nehmen. Er reicht uns selbstgedrehte Zigaretten; ein Glas Wasser aus seiner Regentonne ist eine willkommene Erfrischung. Er spricht ein wenig Englisch und freut sich, jemanden zu einem Plausch gefunden zu haben. Im Gespräch wird bald klar, was für jeden Großstadtindianer nach Paradies mit eigenem Strand aussieht ist für ihn harte Realität! Er lebt von seinem bescheidenen Fang und von angebauten Früchten aus seinem kargen Garten.

Wir sind verwundert über einen rostigen Drahtzaun, welcher sich schützend um seine Obstbäume schlängelt. Wovor mag man sich hier in dieser Idylle schützen wollen. Als wir ihn danach fragen runzelt er besorgt die Stirn. Es seien die Bären die ihm das Leben schwer machen würden. In den letzten Jahren sei ihr Bestand stetig gewachsen und sie hätten auch ihre Furcht verloren. Regelmäßig würden sie bis an sein Haus kommen und seine letzte Habe vernichten. Er berichtet von seinen verzweifelten Versuchen die Bären zu vertreiben. Als sie wieder einmal zu „Besuch“ kamen habe er mit einem leeren Blecheimer bewaffnet getrommelt und gerufen. Einen Reifen habe er angezündet in der Hoffnung der Rauch würde sie abschrecken. Statt jedoch eine Flucht der Bären zu erreichen, haben seine an der Hausfassade wachsenden Weinreben Feuer gefangen. Ein Blick auf die rußgeschwärzte Wand unterstreicht seine Geschichte. Man möge sich die panische Angst dieses alten Mannes vorstellen, auf sich allein gestellt der Gefahr ausgesetzt, auch noch sein Dach zu verlieren. Mit einem Blick auf unsere Waffen bittet er uns um Unterstützung.

Sind wir bislang noch fasziniert von seiner Erzählung kehren wir schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Natürlich können wir ihm als Jäger nicht helfen. Weder haben wir eine Lizenz zur Bärenjagd, noch haben wir je im Sinn gehabt einen Bären zu jagen. Für uns ist ein Bär eine faszinierende Wildart und wir haben noch nie in Betracht gezogen auf ihn zu jagen. Nach einer ausgedehnten Pause verabschieden wir uns von dem alten Mann und setzen unsere Muffelpirsch fort. Wir sind tief beeindruckt von seiner Lebensgeschichte und reden noch lange über das von ihm Geschilderte. Auch als wir wieder in Deutschland sind und die Bilder der erfolgreichen Muffeljagd anschauen erinnern wir uns an diese einsame Bucht. Wir diskutieren lange über das Thema Bärenjagd und recherchieren ein wenig im Internet. Erstaunt lesen wir über die wachsenden Probleme mit dieser Wildart, ihre steigenden Bestände und auch über die gesetzlich festgelegten Abschusspläne. Nie hätten wir gedacht, dass eine Bejagung in vielen Regionen nicht nur möglich, sondern auch nötig ist.

Einige Monate später, wir haben das Thema längst ad acta gelegt, erreicht uns ein Anruf von unserem Jagdfreund Sinica Copic. Er ist unser Ansprechpartner in Kroatien, der durch gemeinsame Jagden zu einem guten Freund geworden ist. Er bittet uns um Folgendes: „Wir jagen gerade einen kranken Bären. Er wurde bereits mehrfach gesehen, jedoch gelang es niemanden ihn zu strecken. Kann ich mit eurer Hilfe rechnen?“ Puh, was für eine Frage! Sollen wir tatsächlich zur Bärenjagd reisen? Nach langen Diskussionen zwischen Simone und mir wird klar: Wir packen unsere Rucksäcke.

Bevor wir jedoch unsere Reise beginnen, stellen wir uns die Frage, was benötigen wir für eine Bärenjagd?! Wir entscheiden uns für unsere Savage die eine Bärenjagd schon im Namen trägt. Die Bearhunter scheint prädestiniert für diese Jagd zu sein. Die serienmäßige Mündungsbremse dämpft den Rückstoß einer 300 WinMag spürbar und durch den in Aluminium gebetteten Lauf bringt sie die nötige Präzision. Lediglich an das Gewicht und den langen Lauf muss man sich gewöhnen. Dafür entschädigen jedoch der Synthetikschaft und der Accutrigger. Bei der Auswahl der Patrone ist eine schnelle und sofortige Tötungswirkung erzielen zu können das Nonplusultra. Auch wenn wir keine Feiglinge sind: Maximale Energieabgabe ist bei dieser Jagd für uns das Wichtigste. Super Shock Tip (SST) lautet unser Lösungswort. Die Superformance SST von Hornady ist bekannt für eine gute Sofortwirkung. Die hohe Geschwindigkeit garantiert einen nahezu gleichbleibenden Haltepunkt auch auf wechselnde große Distanzen. Schließlich wissen wir nicht was uns erwartet. Dies ist auch der Grund, das Leupold VX -3 zu montieren. Vergrößerungen von 3,5 bis 10fach sind möglich und für die Dämmerung bietet das Okular mit 50 mm ausreichend Lichteinfall. Dimmbarer Leuchtpunkt beim Multidot-Absehen ist ein weiterer Pluspunkt. Wer ein Leupold nutzt weiß um seine Robustheit. Wasserdicht, kratzfeste Linsen und mit 30mm Mittelrohr bombenfest zu montieren ist es für die kroatische Berglandschaft genau die richtige Wahl.

Nach ausgiebigem Einschießen sind endlich alle Reisevorbereitungen erledigt und es geht Richtung Süden. Wir lieben die abwechselnde Landschaft unseres Reiseziels, Senji, ein kleiner Ort an der kroatischen Adria. Hinter uns liegt der Nationalpark mit noch verschneiten Gipfeln, vor uns das Meer und an der Küste sprießen bereits die ersten Frühlingsboten. Gerade angekommen sitzen wir an der Strandpromenade um einen Espresso zu genießen, da schallt auch schon ein lautes Waidmannsheil durch das Café. Mit offenen Armen eilt uns Sinica entgegen. Schön zu wissen, Freunde auf der ganzen Welt zu haben. Gespannt lauschen wir seiner folgenden Erzählung über den kranken Bären. Man habe ihn bereits mehrfach in Anblick gehabt. Der Bär sei abgekommen, vor allem jedoch seine Art sich fortzubewegen sei sehr auffällig. Welche Verletzung er habe sei aber noch nicht genau geklärt. Wir sind sehr neugierig und entscheiden deshalb noch am selben Nachmittag auf die Pirsch zu gehen. Zunächst geht es darum den Bären im Revier zu bestätigen. Wir beginnen im Norden des Reviers und suchen dort nach Fährten im Schnee. Die großen Braunen haben ihre Winterquartiere verlassen und überall finden sich ihre Spuren. Man kann kaum glauben wie zahlreich dieses Wild dort vertreten ist. Einen Anhaltspunkt für einen kranken Bären finden wir jedoch nicht. Höchste Zeit die Pirsch abzubrechen und sich von der langen Anreise zu erholen. Natürlich geht es nicht ins Quartier ohne vorher die heimischen Spezialitäten genossen zu haben. Cevapcici und ein selbstgebrannter Obstler stehen auf dem Programm.

Früh geht es am nächsten Morgen ins Revier. Diesmal jedoch im südlichen Teil der Jagd, hier hat der Frühling längst Einzug gehalten und die Sonne vertreibt schnell den Morgennebel. Auf den matschigen Wegen stoßen wir schon bald auf die erhoffte Fährte. Handtellergroß ist das Siegel, vor allem aber zeigt die Spur eine Besonderheit. Es finden sich nur drei Abdrücke am Boden. Wir schauen genauer hin und stellen fest: zwei Hintertatzen und eine Vordertatze verwunden den Boden. Die linke vordere Tatze ist nirgends zu fährten. Sollte es sich hier um unseren Bären handeln und fehlt ihm womöglich der Vorderlauf? Wir beschließen ein wenig Luder in diesem Revierteil auszubringen, um dort auf den Bären zu jagen. Bereits am Abend darauf hocken wir auf einem Felsen und beobachten bei untergehender Sonne den Luderplatz. Es dauert keine dreißig Minuten als polternde Steine anwechselndes Wild verraten. Unter uns gesagt, jetzt rutscht uns schon das Herz in die Hose. Wechselt tatsächlich ein Bär an? Es ist kaum zu glauben, ein riesiger, plüschiger Bärenschädel schaut durch ein paar Zweige verdeckt genau in unsere Richtung. Wir wagen kaum zu atmen oder mit der Wimper zu zucken. Selbst wenn es der gesuchte wäre ist an ein Schießen nicht zu denken. Viel zu imposant sind der kurze Anblick und der Puls viel zu hoch. Was für ein Erlebnis! Als der Bär von dannen trottet ist Zeit, um wieder Luft zu holen und es wird auch klar, dass es sich nicht um den Erhofften handelt. Wir haben uns kaum vom Gesehenen erholt, schon erscheint der nächste Braunbär am Luder. Es ist ein noch junger, kerngesunder Geselle und wir genießen seinen Auftritt bereits etwas gelassener. Mittlerweile ist das Büchsenlicht geschwunden und die hereinbrechende Nacht mahnt zum Aufbruch.

Wir haben an diesem ersten Ansitz nicht nur die Bestätigung einer großen Population, sondern auch ein unvergessliches Erlebnis bekommen. Bis tief in die Nacht erzählen wir über diesen Moment. Noch vor Aufgang der Sonne pirschen wir erneut Richtung Luderplatz. Mit gutem Wind versuchen wir auf leisen Sohlen an die gestrige Stelle zu gelangen. Schon bevor wir unseren Felsen erreichen hören wir das uns schon bekannte Poltern direkt vor uns. Jetzt nur kein Geräusch verursachen, haben wir doch noch ein paar Meter vor uns, um in eine mögliche Schussposition zu kommen. Immer wieder vernehmen wir kullernde Steine aus der Richtung des Luderplatzes. Um nicht bemerkt zu werden kriechen wir langsam auf allen vieren vorwärts. Hinter einem Felsen kauernd bekommen wir den Bären in Anblick. Sofort wird klar, es handelt sich um den Gesuchten. Auf drei Läufen stehend, humpelt er immer wieder um sich schauend durch die Büsche. Er wirkt unsicherer als seine Kameraden vom Vorabend und auch deutlich schwächer. Keine Frage, das ist ein Hegeabschuss! Ohne zu zögern, mit der Gewissheit das Richtige zu tun bringe ich die Savage in Anschlag. Es gibt jetzt keinen Zwiespalt, ob es richtig ist einen Bären zu jagen oder nicht. Es zählt zu unseren Pflichten, krankes Wild zu erlösen und so liegt der Leuchtpunkt ruhig auf dem Blatt des Verletzten. Jetzt einen Fehler zu machen könnte auch für uns gefährlich werden und so heißt es noch einmal tief durchzuatmen und abzukrümmen. Das Echo des Schussknalls ist noch nicht verhallt, als der Bär zu Boden geht. Schnell repetiere ich nach und beobachte den Wildkörper. Gott sei Dank ist der Getroffene sofort verendet und die SST hat unsere Erwartungen noch übertroffen.

Völlig überwältigt treten wir an das Stück heran. Es fehlt der komplette linke Vorderlauf und auch die linke Körperhälfte scheint wegen der Verletzung verkümmert. Welche Schmerzen muss der Petz gelitten haben als er ihn verlor. Gründe für diese Verletzung kann es viele geben. Ein Kampf unter Bären, eine vergessene Landmine aus dem Jugoslawienkrieg, ein verbotenes Fangeisen oder ein missglückter Schuss. Auch wenn Raubwild keinen letzten Bissen erhält, so halten wir eine lange Totenwacht bevor wir mit dem Bergen beginnen. Alleine schaffen wir dies natürlich nicht, aber unsere kroatischen Freunde sind schnell zur Stelle und mit vereinten Kräften bringen wir den Bär ins Tal.

Polen Rothirsch 2015

Schlesien Summer oder der Weinberghirsch

Dreißig Grad Celsius zeigt uns das in Polen obligatorische Straßenthermometer, als wir an diesem Vormittag die deutsche Grenze hinter uns lassen. Die schlesischen Hirsche rufen uns, hoffen wir zumindest und nehmen so die 1000 km Anfahrt bei dieser Hitze gern in Kauf.

Bohdan und Lilianna, die Inhaber von Lowca, dem wohl schönsten Jagdgeschäft Polens, haben uns eingeladen ihre Heimat kennenzulernen.

Im Hotel angekommen bleibt uns kaum genug Zeit die Koffer auszupacken. Bohdan steht schon vor der Tür und begrüßt uns herzlich. Er scheint uns anzusehen wie ausgehungert wir sind und er entführt uns in ein nahegelegenes Restaurant. Landestypische Speisen werden hier feilgeboten und so schlemmen wir schlesische Klöße mit Roulade und Rotkohl. Landestypisch ist auch der Wodka und so probieren wir uns durch die Karte. Von süßlich bis Gänsehaut mit garantiertem Schüttelfaktor reicht das Angebot. Da es morgen jedoch zeitig ins Revier gehen soll und wir von der Anreise ziemlich gerädert sind, beenden wir die Probe rechtzeitig.

Bevor wir zu Bett gehen werfen wir noch einen schnellen Blick auf die Wetterkarte für die kommenden Tage. Bis zu dreißig Grad am Tag und 24 Grad in der Nacht werden prognostiziert. Leider keine gute Aussicht auf eine aktive Brunft. Tatsächlich, als wir uns morgens in aller Herrgottsfrühe auf den Weg zur Jagd machen, herrschen hochsommerliche Temperaturen und das noch vor Sonnenaufgang. Einen Rehbock würde diese Hitze während der Blattzeit zu Höchstleistungen treiben, einem Hirsch nimmt es wohl eher die Lust aktiv zu werden. Auch unsere polnischen Freunde schauen deshalb sehr skeptisch drein. Nach kurzer Fahrt im Revier angekommen herrscht dichter Frühnebel, welcher es uns einfach macht unbemerkt zum Hochsitz zu gelangen. Während mein Partner Michael sich zusammen mit Bohdan auf die Pirsch zu einer etwas weiter gelegenen Kanzel macht, baume ich mit Lilianna direkt auf einen Sitz mit einer kleinen Veranda auf. Wie eine VIP-Lounge in einem Theater lädt der Vorbau uns zum Ansitz ein. Jetzt fehlen nur noch die Hauptdarsteller des Stücks. Nach einer knappen Viertelstunde beginnt, was wir sehnlichst erwartet haben. -Ein tiefes Grollen wie aus dem Nichts, direkt neben uns, lässt mich zusammenzucken. Nur wer es einmal live erlebt hat wird verstehen, wie beeindruckt ich in diesem Moment bin. Näher als in solchen Situationen kann man der Natur kaum sein. Welch Privileg das uns Jägern geschenkt wird. Auch wenn ich im dichten Nebel noch nichts ausmachen kann, erahne ich wie dicht der Hirsch vor uns stehen muss. Fast glaube ich, seinen Atem hören zu können. Es scheint sich ein weiterer genähert zu haben, denn nun vernehme ich deutlich das Gerangel der beiden. Wie aufeinanderschlagende Äste klingt es, als ihre Geweihe sich kreuzen. Was würde ich nur dafür geben, durch den Nebel schauen zu können, um es zu verfolgen.

Mit der aufgehenden Sonne verzieht sich langsam der nebelige Schleier aber als der Vorhang gelüftet ist, tut sich eine leere Bühne vor uns auf. Wo noch eben der Kampf der Rivalen tobte herrscht jetzt nichts als schwüle Stille. Wir baumen ab, ohne enttäuscht zu sein. Haben wir doch etwas Spannendes erlebt und freuen uns darauf, es unseren Männern erzählen zu können. Diese lassen auch nicht lange auf sich warten und ihre verschwitzten Gesichter zeigen wie warm dieser Morgen ist. Höchste Zeit für ein gemeinsames Frühstück und wir brechen auf, um bei hausgemachter Wildwurst, Erlebtes auszutauschen und Pläne, für die kommenden Pirschgänge und Ansitze zu schmieden. Auf einen Ansitz bei Tag verzichten wir, denn auch wenn wir in einem der attraktivsten Rotwildgebiete Europas sind, wird sich bei diesen Temperaturen wenig ereignen. Zeit um einen Blick auf die Gegend zu werfen und die Geschichte Schlesiens näher kennenzulernen. Neben dem Jagdhaus Promnitz steht auch das Schloß Pless auf dem Programm. Beeindruckend sind nicht nur Zustand der Gebäude, sondern vor allem das Inventar. Man muss kein Jäger sein, um sich in die Zeit zurückversetzen zu können und wir staunen über den Prunk und Protz des Adels dieser Epoche. Auch die Gedenkstätten Birkenau und Auschwitz besichtigen wir, sind sie doch Teil unserer deutschen Geschichte. Nachdenklich und mit einem Knoten im Bauch lassen wir diesen Ausflug hinter uns und wundern uns gemeinsam einmal mehr über den Menschen.

Es wird Zeit, wieder in die Wälder zu fliehen und der Natur zu lauschen. Leider bleibt es nur beim Lauschen, denn die fast hochsommerliche Hitze scheint unseren Hirschen nicht zu bekommen. Stille herrscht, absolute Stille und das dort, wo eigentlich geschäftiges Treiben zu erwarten war. Entschuldigend zucken unsere Gastgeber mit den Schultern als seien sie schuld daran und sie tun alles, um uns trotzdem einen schönen Aufenthalt zu bieten. Um die Erkältung, welche Michael dank der Klimaanlage auf der Hinfahrt bekommen hat, etwas zu lindern probieren wir es auf die traditionelle Art. Wodka als Medizin! Es wird eine sehr lange Nacht und ein lustiges Horrido wird trotz mangelnder Beute vielstimmig gesungen. Klar, dass der nächste Morgen zum Ausschlafen genutzt wird. Wir tun es dem Rotwild gleich und verkriechen uns vor der Hitze tief in unserem Einstand. Erst am Abend starten wir einen neuen Versuch. Diesmal tief im Bestand in welchem wir die Geweihten vermuten. Zahlreiche Trittsiegel zeugen von ihrer Anwesenheit und hier und da vernehmen wir auch ihr Röhren. Einen Jungen Achter, vermutlich vom zweiten Kopf bekommen wir zum Anblick, jedoch verbietet sich hier ein Schuss, ebenso wie beim Kronenhirsch am nächsten Morgen. Die Kriterien der Rotwildhege ähneln sehr den deutschen Richtlinien und so bleibt es beim Anblick. Natürlich sind wir enttäuscht, denn wer einmal die Chance bekommt in diesen Revieren zu jagen, hofft auf Beute und für mich wäre es der erste Rothirsch gewesen. Es lässt sich jedoch bei der Jagd nichts erzwingen und gerade das ist es ja was die Jagd ausmacht. Entschädigt, mit der Aussicht wiederkommen zu dürfen aber vor allem mit neuen Freunden im Gepäck treten wir ohne Erfolg die Heimreise an. Die Enttäuschung scheint man mir deutlich ansehen zu können, denn im Halbschlaf bekomme ich mit wie Michael noch während der Fahrt eifrig telefoniert. Träume ich oder haben wir uns verfahren? Statt Richtung Heimat sind wir auf dem Weg ins Rheinland. Als ich erstaunt nachfrage, feixt mein Fahrer nur und bemerkt: „Ohne Hirsch kommst du mir nicht nachhause“! Wir fahren zur Loreley und besuchen Max Wiegand. Ein Revier mitten in den Weinbergen, mit Ausblick aufs Rheintal nennt er sein eigen. Aber nicht nur die Landschaft ist es die diese Jagd so auszeichnet. Tagaktives Rotwild in hoher Zahl zieht hier seine Fährte.

Kaum angekommen geht es auch hier nach einer herzlichen Begrüßung direkt ins Revier. Paradies nennt sich die Kanzel auf welche ich aufbaume. Diesen Namen trägt sie zu Recht. Ins Tal blickend sieht man die Fährschiffe auf dem Rhein, zur Rechten bildet eine Felswand und zur Linken ein Weinberg die Kulisse. Muffelwild zeigt sich, kaum aufgebaumt, vertraut hier im Paradies. Kurz darauf erblicke ich auch das erste Rotwild. Ein Alttier mit Kalb äst vertraut direkt vor meinen Augen. Ich bin dabei einige Aufnahmen zu machen und vernehme plötzlich ein leises Knacken hinter meiner Kanzel.

Ich wage kaum zu atmen oder auch nur mit der Wimper zu zucken. Mit lang gestrecktem Träger zieht ein Hirsch an meinem Sitz vorbei in Richtung Kahlwild. Auch ohne mein Glas an die Augen zu nehmen, lässt sich der Hirsch schnell als Klasse II ansprechen und damit wäre er für mich freigegeben.

Jetzt heißt es Ruhe bewahren und nicht die Nerven verlieren. Wie in Zeitlupe bringe ich die Lady Hunter in Anschlag. Noch tanzt der Leuchtpunkt auf und ab, denn die Anspannung sitzt tief. Erst nach ein paar kräftigen Atemzügen bekomme ich meinen Puls unter Kontrolle. Wie im Lehrbuch steht der Angesprochene mit erhobenem Haupt breit vor mir. Jetzt oder nie, denke ich und schon bricht der Schuss. Noch während ich zur Sicherheit durchrepetiere sehe ich den Hirsch zu Boden gehen. Eine weitere Kugel ist nicht nötig denn der Rote ist bereits verendet. Erst jetzt bemerke ich meine schweißnassen Hände und es dauert eine ganze Weile bis ich mich ein wenig beruhigt habe. Mit zitternden Fingern beantworte ich die eingehende Nachricht auf meinem Handy. Ja, ich habe geschossen und der Hirsch liegt, lautet meine Antwort. Um die Totenwacht allein erleben zu können baume ich ab, bevor die Jagdgefährten eintreffen. Es ist ein bewegender Moment als ich den letzten Bissen reiche und realisiere: Hier liegt er vor mir, der König der Wälder. Erst das kräftige Waidmannsheil, der überreichte Bruch, das nachfolgende Bergen und Versorgen des Stückes bringt mich zurück in die Realität. Neben all der Anspannung und dem Erleben haben wir vor allen Dingen eines: Wertvolles Lebensmittel gewonnen.

Ausrüstungskasten

Gejagt haben wir mit der Lady Hunter der Firma Savage. Was in Europa erst jetzt zum Thema geworden ist, wird mit dieser Amerikanerin schon lange geboten. Eigens abgestimmt auf die Anatomie einer Frau liegt sie mit ihrer schlanken Schäftung hervorragend. Kurzer Lauf, herausnehmbares Magazin, geringes Gewicht und Accu Trigger sind die Merkmale. Auf einer Weaverschiene montiert war das VX 6 der Firma Leupold. Dimmbarer Leuchtpunkt und eine Vergrößerung von 2 bis 12fach bieten eine breite Anwendungspalette. Der Objektivdurchmesser von 42 mm bot überraschenderweise auch in der Dämmerung genügend Licht. Geringe Wildbretentwertung war das Ergebnis der genutzten bleifreien Hornady GMX im Kaliber .308 WIN. Mit 9,72g brachte sie bei hoher Präzision Ausschuss und hohe Stoppwirkung. Mit der Firma Hart war ich als Frau bestens ausgestattet, denn auch hier gibt es eine eigene Damenserie. Das getragene Set  Irati sitzt nicht nur gut, es bietet auch den benötigten Komfort für jede Jägerin. Zahlreiche sinnvolle Details macht es zum treuen Begleiter.

Der Kutschbock

Zähneknirschend verfolgen wir, vor dem Fernseher sitzend, einen Bericht über die Jagd. Ahnungslosigkeit gepaart mit Ideologie lässt uns den Kopf schütteln.

Eigentlich hatten wir einen TV-Bericht über eine Drückjagd mit Spannung erwartet. Viel zu selten bietet  das Fernsehen die Chance etwas über die Jagd zu erfahren. Wenn es dann zu einem Bericht kommt, wird die Jägerschaft oft als schießwütiger Altherrenclub präsentiert. Mit etwas Glück kommt es zu nüchternen Zahlen, mit denen die verantwortlichen Jäger verzweifelt versuchen die Notwendigkeit der Jagd zu transportieren. Reduziert auf Wildschäden und Wildbretgewinnung verschwindet viel, was für uns die Jagd ausmacht. Das Wissen um unser Wild, die Nähe zur Natur, Emotionen und die damit verbundenen Bräuche finden wenig Platz oder werden falsch dargestellt. Die Reporterin in dem gezeigten Beitrag scheint  nicht nur ahnungslos und unvorbereitet, sondern auch ideologisch extrem einseitig vorbelastet. Klar, könnten wir den Fernseher einfach ausschalten und versuchen uns resigniert zu verstecken aber so richtig zufrieden gehen wir nach diesem Beitrag nicht zu Bett. Am nächsten Morgen beschließen wir einen Versuch zu unternehmen einen Bericht über die Jagd zu produzieren in welchem unsere Emotionen und Gedanken zur Jagd berücksichtigt werden. Ziel ist es diesen Beitrag nicht nur in Jagdzeitungen zu veröffentlichen sondern ihn der breiten Masse zugänglich zu machen. Es soll nicht den Jagdgegner überzeugen, wir wollen in erster Linie den unvoreingenommenen, schlecht informierten Zuschauer erreichen. Nach einigen Telefonaten haben wir das Interesse bei einer Mediaproduktion geweckt und es beginnt eine intensive Vorbereitung. Ein Kamerateam besucht uns zuhause und stundenlange Gespräche werden geführt. Natürlich bestaunt man bei dieser Gelegenheit auch viele unserer Erinnerungsstücke. Der Bär aus Kroatien, der Impala aus Südafrika oder der Hirsch aus Neuseeland, hinter allem steht eine Geschichte. Unbefangen erzählen wir von unseren bislang erlebten Reisen und stoßen auf Interesse und nicht auf Ablehnung. Um Jagd erleben zu können reicht es jedoch nicht davon zu erzählen und so beschließen wir unsere kommende Reise zusammen mit einem Kamerateam durchzuführen. Vier Wochen bleiben uns nach diesem Gespräch bevor wir Richtung Ungarn aufbrechen.  Höchste Zeit die Papiere zu ordnen und Genehmigungen einzuholen. Aber auch Zeit um darüber nachzudenken worauf man sich eingelassen hat. Von vielen Seiten kommen Kommentare wie z.B.: „Da wäre ich aber vorsichtig!“ oder: „Puh, das würde ich nicht wollen!“. Klar, auch wir haben einen Igel im Bauch aber wir wissen, wir dürfen uns nicht verstecken und Öffentlichkeitsarbeit ist dringend nötig um unsere Passion erhalten zu können. Als wir nach 1400 Kilometern unser Ziel erreicht haben, warten wir gespannt auf die Ankunft unserer Kameraleute. Im Gegensatz zu ihnen sind wir mit dem Auto gefahren, denn mit einer Waffe zu fliegen ist oft umständlich und leider transportiert auch nicht jede Airline Gewehre und Munition. Ein wenig überrascht wirken sie schon, als sie uns in unserer Wohnkabine besuchen. Eine erste Möglichkeit einen Eindruck von unseren Jagden zu vermitteln. Wann immer möglich verzichten wir auf Luxus und ein Sternehotel. Wir wollen nicht nur auf der Pirsch in der Natur sein sondern auch während der gesamten Reise. Eine Tasse Kaffee unterm Sternenzelt ist uns wichtiger als eine luxuriöse Herberge mit SAT Empfang. Auch als wir den frühen Aufbruch zur ersten Frühpirsch erwähnen, blicken wir in entsetzte Gesichter. Bereits um vier in der Früh wollen wir starten. Um eindrucksvolle Bilder erhalten zu können, haben wir uns mit einem Kutscher verabredet. Gezogen von zwei Pferden soll es per Kutsche durchs Revier gehen. Die Kutschpirsch ist hier in Ungarn eine alte Tradition, welche gern gepflegt wird und auch für uns eine spannende Abwechslung.

Als wir noch vor Dämmerungsbeginn am nächsten Morgen auf einem Feldweg auf das Gespann warten, wird das beginnende Gezwitscher zahlreicher Vögel nur durch unser Gähnen und ein herannahendes Hufklappern unterbrochen. Zwei stolze Warmblüter ziehen den Jagdwagen. Ihr Geschirr ist prunkvoll verziert und die beiden machen einen äußerst gepflegten Eindruck. Auch der Kutscher sitzt kerzengerade auf seinem Bock, ohne von seiner in Landesfarben geschmückten Peitsche Gebrauch zu machen. Eingemummelt in seiner Decke legt er grüßend seine Hand an seinen Hut und nachdem alles an Bord ist, ziehen die Pferde an. Die Pirsch beginnt. Auch wenn man oft hört, das Glück der Erde läge auf dem Rücken der Pferde, so ist auch eine Kutschfahrt ein pures Vergnügen.  Begleitet vom Konzert der Vögel und der aufgehenden Sonne fahren wir auf matschigen Feld und Waldwegen. Der anfangs leichte Frühnebel hat sich längst verzogen und blickt man nach vorn, so sieht man das Dampfen der Pferderücken. Ein Gemisch aus Blumenduft und dem Schweiß der Pferde steigt in die Nase. Als wir in das Gesicht unseres Kameramanns blicken, erkennen wir auch seine Begeisterung. Gestern erzählte er noch von seinem letzten Auftrag, einem Dreh in Silicon Valley und heute sitzt er völlig entspannt auf einer Kutsche in Ungarn. Was ihm wohl besser gefällt? Plötzlich huscht vor uns ein Baummarder über den Weg. „Ein Eichhörnchen!“ entfährt es unserem Begleiter aufgeregt und spätestens jetzt wissen wir, warum Aufklärung notwendig ist. Mit einem Grinsen, ohne besserwisserisch sein zu wollen, erläutern wir den Unterschied. Auch bei dem abspringenden Rotwild klären wir ein wenig auf. Alttier, Schmaltier und viele Begriffe mehr fallen heute Morgen und werden wissbegierig aufgenommen. So wird ganz nebenbei die Notwendigkeit der Jagd vermittelt obwohl das Erlebnis im Vordergrund steht. Als wir am Waldrand eine große Äsungsfläche erreichen, steht der Grund unserer Pirsch keine hundert Schritte vor uns. Ein Bock lässt sich das frische Gras schmecken ohne von uns Notiz zu nehmen. Als wir leise und vorsichtig von der Kutsche steigen um ihn besser ansprechen zu können, beweist das Gesicht des Kameramanns:  auch ihn hat jetzt das Jagdfieber gepackt. Der Blick durchs Fernglas bestätigt unseren ersten Eindruck. Wir schätzen den Bock mit einer abgebrochenen Stange auf etwa fünfjährig. Ein kurzer Blickwechsel mit unserem Jagdführer macht klar. Der passt! Als die Sauer auf dem Pirschstock liegt, wird uns bewusst, die Pferde stehen knapp fünf Meter direkt hinter uns. An ein Verschieben ist jedoch nicht mehr zu denken. Wir verlassen uns also auf die vorher versicherte Schussfestigkeit des Gespanns und warten nur noch darauf, dass der Angesprochene breit steht. Jeder Jäger weiß um diese Sekunden und als der Bock im Knall zusammenbricht ist die Erleichterung aber auch Freude überwältigend. Ein Schmalreh, welches plötzlich neben dem Erlegten auftaucht, verwirrt unseren Begleiter. „Hast du ihn gar nicht richtig getroffen?“ fragt er. Erst als wir den Sachverhalt aufklären, wird ihm bewusst, wie schnell es ging. Gemeinsam gehen wir zum Anschuss und beschreiben unsere Emotionen. Während unserer Schilderung erkennen wir, dass diese Pirsch auch für ihn als Nichtjäger spannend war. Er fieberte mit uns. Keinesfalls sehen wir eine ablehnende Haltung sondern spüren  aufgeregtes Interesse. Auch das Überreichen der Brüche wird neugierig hinterfragt. Nach dem Versorgen des Stückes verladen wir den Bock auf die Kutsche. In diesem Moment fällt uns die Sorge um die Schussfestigkeit der Pferde wieder ein. „Null Reaktion“  lautet die Antwort unseres Jagdführers. Sie sind es gewohnt und haben überhaupt kein Problem damit. Als wir unsere Beute zum Kühlhaus bringen, fahren wir mitten durch ein bewohntes Dorf. Die am Straßenrand stehenden Männer winken freundlich und es ist völlig selbstverständlich für sie, einen Jäger mit Waffe und erlegtem Wild auf einer Kutsche durch die Straßen fahren zu sehen. Für viel mehr Aufsehen sorgt eher die große Fernsehkamera. Als wir am nächsten Morgen das Kamerateam verabschieden sind wir froh, dass alles so reibungslos über die Bühne ging. Natürlich wissen auch wir nicht, ob, wann, wo und wie diese Jagd gezeigt werden wird. Wir haben unser Bestes gegeben und hoffen einen informativen Einblick in unsere Passion geliefert zu haben.  Eines steht aber für uns fest: Die Beteiligten schienen begeistert und bedankten sich für die Möglichkeit teilgehabt haben zu dürfen. Jetzt heißt es abwarten…

Die Ausrüstung für diese Jagd zusammenzustellen war diesmal eine besondere Herausforderung. Natürlich ist für uns Jäger eine Büchse ein alltägliches Werkzeug. Ob  ein Synthetik- Lochschaft, ein aufgesetzter Schalldämpfer oder ein Zweibein montiert ist, in unseren Augen bleibt es  immer ein Werkzeug. Da wir diesmal jedoch unter den Augen der Öffentlichkeit gejagt haben, wollten wir eine möglichst klassische Variante wählen. Wie bereits im letztem Jahr nutzten wir daher die 101 Select der Firma Sauer. Auch in den Augen eines Nichtjägers erscheint sie eher zierlich. Der gelaserte Nussbaumschaft  und der Sonnenschliff auf der Kammer fallen direkt ins Auge. Die schwarze Balkenkornvisierung und die handliche Aluminium-Kammergriffkugel sind eher Details die dem Jäger auffallen. Das Konzept der Schlagbolzensicherung hat sich auf unseren Jagden auf Rot, Reh und Schwarzwild mit der 101 in den letzten zwölf Monaten bewährt. Eine Betätigung der Sicherung ist nur zur Schussabgabe nötig, ein Entladen ist auch im gesicherten Zustand möglich. Der Rückstoss wird durch den ansteigenden Schaftrücken spürbar vermindert. Optional ist die Sauer 101 mit Mündungsgewinde erhältlich. Eine Dual Brake-Mündungsbremse oder zum Beispiel der Sauer Titanium Pro als Schalldämpfer kann so montiert werden. Angeboten werden zwei verschiedene Laufausführungen (Medium 56cm lang/16,5mm Durchmesser oder Magnum 62cm lang/ 16,5mm Durchmesser) abhängig vom Kaliber. In der genutzten  Medium-Ausführung wog die Waffe 3,05 kg. Preislich beginnt die Sauer 101 bei derzeit ca. 1400,00 Euro je nach Ausführung.

Die Munition

Als Patrone wählten wir die in Deutschland derzeit noch recht unbekannte Tipstrike der schwedischen Firma Norma. Es handelt sich um ein herkömmliches Bleigeschoss mit Polymerspitze. Das Geschossgewicht beträgt 11g/170gr im Kaliber 30.06 Spr. Der Grund für unsere Wahl: Versprochen wird eine hohe Schockwirkung und ein damit einhergehendes schnelles Verenden des Wildes. Das Teilmantelgeschoss zeigte bereits beim Einschiessen eine hohe Präzision auch auf große Entfernungen. Streukreise um die 20mm auch auf über 300m sind machbar (angegeben sind 660m/s bei V300) Die Auftreffenergie liegt nach Auskunft der Firma Norma bei 3379 Joule  bei E100 und 2397 Joule bei E300. In der Praxis bestätigte sich das Versprochene. Beschossenes Rehwild lag im Knall und dies bei kleinem Ausschuss und geringem Wildbretverlust.  Erfahrungen auf stärkeres Wild haben wir mit der Tipstrike bislang leider noch nicht sammeln können. Gefunden haben wir die Patrone für ca. 70,00€ a 20 Stück.

Die Bekleidung

Ein Camouflage kam für diese Jagd für uns nicht in Frage. Es sollte auch hier eher ein klassisches Grün mit modernen Aspekten sein. Wir glauben, dass auch unser optisches Auftreten in der Öffentlichkeit eine große Rolle spielt. Unterwegs waren wir mit der Kombination Axton der Firma Swedteam. Erhältlich ist diese Kombi in einer Damen und Herrenausführung. Wie sich herausstellte trafen wir die richtige Wahl. Wechselndes Wetter mit Regenschauern, bei teils kräftigem Wind, herrschte während unserer Pirsch. Durch das wind und wasserdichte Covertex-Membran waren wir gut geschützt. Zahlreiche wasserabweisende Reissverschlüsse an den vielen Taschen und die vorgeformten Kniepartien erhöhten den Tragekomfort. Zu beziehen ist es einzeln aber auch als Set für ca. 300,00€.

Die Optik

Als leichtes Pirschglas nutzten wir das neue  Minox BV 8*44. Die offene Brücke ermöglicht eine für die Pirsch wichtige Einhandbedienung. Für Brillenträger bietet es herausdrehbare Augenmuscheln und gerade bei dem vorgefundenem Schmuddelwetter waren die beschichteten Linsen ein großes Plus. Trotz der „nur“ 44mm Objektivdurchmesser bringt das BV auch während einer Früh bzw. Abendpirsch genügend Licht. Interessant ist vor allem das Preis/Leistungsverhältnis. Im Handel findet man das Fernglas bereits für unter ca. 400,00€.